Wer schon mal Spanisch gelernt hat, hoert oft: Portugiesisch kriegst du geschenkt. Das stimmt auf dem Papier, nicht im Gespraech. Schriftlich liegen die Sprachen nah beieinander, aber europaeisches Portugiesisch klingt fuer viele eher wie Russisch als wie Spanisch.
Der Aussprache-Mythos
Europaeisches Portugiesisch verschluckt Vokale stark, brasilianisches dehnt sie. Wer in Lissabon lernt und dann in Sao Paulo landet, braucht eine Weile zur Umgewoehnung. Das ist keine Uebertreibung, sondern ein bekanntes Phaenomen unter Sprachlernenden.
Was Spanischkenntnisse wirklich bringen
Leseverstehen: ja, deutlich einfacher. Hoerverstehen: kaum. Sprechen: gefaehrlich, weil man unbewusst falsche Vokabeln uebernimmt. Das Wort borracha bedeutet auf Portugiesisch Gummi, auf Spanisch eine betrunkene Frau. Solche Fallen gibt es dutzendfach.
Wie schnell geht es wirklich?
Das Goethe-Institut und aehnliche Institutionen schaetzen, dass Deutsch-Muttersprachler ohne Vorkenntnisse rund 600 bis 750 Stunden brauchen, um ein solides B2-Niveau zu erreichen. Mit Spanisch-Basis verkuerzt sich das auf etwa 400 Stunden, aber nur bei konsequentem Ueben.
Wer taeglich 30 Minuten investiert, braucht also mehrere Jahre. Wer das realistisch einplant, lernt entspannter und gibt seltener auf.
Was wirklich hilft
Podcasts auf europaeischem oder brasilianischem Portugiesisch ab der ersten Woche, nicht erst nach Monaten. Das Ohr gewoehnt sich frueher als man denkt, aber nur durch regelmaessigen Kontakt, nicht durch Grammatikuebungen allein.